Österlicher Randezmorge

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Schon einmal etwas vom nassen Ostermontag gehört? Nein, das ist nicht etwa ein verregneter Ostermontag, sondern hat mit einem ganz speziellen Brauch im östlichen Europa zu tun! Da werden nämlich junge Mädchen am Ostermontag von den Burschen mit Wasser übergossen. eine wirklich nasse Sache, in der unschwer ein Fruchtbarkeitsritual zu erkennen ist.
Karin Baumgartner-Vetterli,
Er war wieder gemütlich, der Zmorge im Siblinger Randenhaus, zu dem sich Gemeindeglieder aus Neunkirch, Gächlingen und Siblingen jeweils im April treffen. Wunderbar bewirtet von Familie Tappolet lässt es sich herrlich plaudern und geniessen.
Zum Geniessen war aber auch das anschliessende Referat von Pfarrerin Eva Baumgart über verschiedene Osterbräuche. Davon gibt es so viele, dass nie über alle zu berichten wäre. Da gab es Bekanntes wie die Ostereier oder den Osterhasen. Warum es allerdings ein Hase ist, der die Eier bringt, darüber gibt es eine Fülle von Gedanken. Das Hasenfenster von Paderborn als ein Bild für Gottes Dreifaltigkeit haben viele wohl zum ersten Mal gesehen. Osterhexen begegnet man in Schweden und in Tschechien dürfen oder sollen Männer die Frauen mit geflochtenen jungen Weidenzweigen verhauen, weil damit die Kraft der Zweige auf die Frauen übergeht. Darum ist der Brauch auch bei Frauen sehr beliebt. Die farbigen Schilderungen von Eva Baumgart fanden lebhaft Anklang und weckten Erinnerungen an persönliche Osterbräuche. So war zu hören, dass es mancherorts Brauch ist, sich für Ostern ein neues Kleid zu kaufen.
Nach dem fröhlichen und spannenden Morgen machte man sich, mit dem traditionellen Orangensaft zum Abschluss gestärkt, wieder auf den Weg. Bei der Fahrt mit dem Bus auf dem schmalen Strässlein schauten viele lieber nicht aus dem Fenster, wenn es ein Auto zu kreuzen galt! Jedenfalls sind alle wieder wohlbehalten in ihren Dörfern angekommen, und darüber, dass der Randezmorge eine liebgewordene Tradition ist, war man sich einig!
Randezmorge 19
11.04.2019
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