Kirche in Zeiten von Corona - wie geht es weiter

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Die Kirchgemeinde lebt mit den und für die Menschen, das ist unsere Arbeit. Wichtig ist, was die Menschen in der Gemeinde von uns erwarten, und die Bedürfnisse, die dabei auf uns zukommen, nehmen wir ernst. Unsere Kirche hat viel zu bieten. Nicht nur, was das Wirken der Haupt-amtlichen angeht, sondern auch, was die Ehrenamtlichen in den Gemeinden machen. Kirche ein Stück weit leuchten zu lassen, wo wir sind und wie wir sind, das ist unser Ziel. Und man erlebt immer wieder unendlich Schönes mit den Menschen, mit den Jugendlichen und Kindern. Daneben ist mir immer wieder die Frage wichtig, was wir mit unseren Ressourcen vor Ort bewegen können. Und da kommt es gerade auf die Menschen an, die mithelfen. Und auf den Geist Gottes.
Pfarramt und Kirchenstand Siblingen
Gott liegt etwas an uns Menschen, das kann man auch Gottesliebe nennen. Aus meiner Sicht hat diese Liebe Gottes Folgen. Wir brauchen im christlichen Glauben eine Übereinstimmung zwischen dem, was wir glauben und was wir leben. Meine Überzeugung ist, dass Gott alle Menschen liebt.
Und gerade haben wir und jetzt noch erleben wir eine Pandemie, wie sie unsere Erde noch nicht gesehen hat. Wer zuvor das Stichwort Globalisierung (global = die Erde umgreifend) zur Seite geschoben hat, bekommt nun die negativen Folgen mit: ja, wir sind je länger je mehr eine Weltgemeinschaft. In diesem Fall zum Unguten. Das Gute kennen und vermissen wir: den Reiz ferner Länder und Kulturen.

Die Pandemie ist weltweit und sie ist uns ganz nahe. Sie trifft jeden. Sie trifft jeden, indem wir alle mit Beschränkungen in den zurückliegenden 14 Monaten zu tun gehabt haben. Das ist einmalig. Das ist einmalig schrecklich und bedarf der Einordnung, des Bearbeitens und des Erzählens. Über das Erleben dieser Zeit haben wir sicher viel zu erzählen, Was hat uns besonders gefehlt, wovor habe ich mich gefürchtet, was hat mich erfreut und was war gerade aufgrund dieser Ausnahmezeit möglich, was sonst wahrscheinlich nicht gewesen wäre?

Die Sichtweise auf die Pandemie wird davon bestimmt sein, in welcher Härte mein unmittelbares Umfeld oder ich selbst getroffen wurden. Ist ein Angehöriger von mir an dieser Krankheit verstorben? In welchem Alter? Hat jemand mit Langzeitfolgen der Krankheit zu tun? In welchem Umfang ist meine berufliche und wirtschaftliche Existenz getroffen worden? Für wen waren die Einschränkungen am belastendsten und am folgenreichsten?
Demgegenüber ist die Welt einer Kirchengemeinde eine wirklich kleine Welt. Und doch hat uns natürlich die ganze Zeit gerade im Kirchenstand das Umgehen mit der Pandemie für unsere Gemeinde sehr beschäftigt. Wir durften zwar Gottesdienst unter Auflagen und Beachtung eines Hygiene-, Abstands- und Lüftungskonzeptes feiern. Fast alle Gruppentreffen im Gemeindehaus, die gesamte Chorarbeit liegen hingegen seit 14 Monaten danieder.

Wir hangelten wir uns mit Präsenz-Gottesdiensten so durch die Zeit. Wir merkten auch: die Kirche ist in den letzten Monaten digitaler geworden. Aber daran nehmen nicht alle teil. Ganz wichtig ist, dass das normale, leibliche (analoge) Treffen in Gottesdiensten und in Gruppen doch unsere Zielperspektive für kirchengemeindliche Arbeit bleiben muss. Das ist unglaublich wichtig und wir sollten unbedingt daran festhalten, dass wir die Hoffnung auf und den Genuss von Gemeinschaftserleben nicht aufgeben sollten.

In diesem Sinne grüssen Kirchenstand und Pfarramt Sie alle sehr herzlich!