Ein Rendez-vous mit dem Heiligen Martin

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Jahrein jahraus schwingt Sankt Martin sein Schwert auf der Siblinger Kirchenmauer, dem Alter des Freskos entsprechend zwar etwas verblasst, aber vertraut. Im Martinikonzert vom 16. November mit Burga Schall Gesang, Roberto Bargellini Sprecher und Pia Fuchs Orgel bekam der Heilige Farbe, Kontur und Leben. Während des lustvoll und kreativ gestalteten Abends schien es fast, als schaute er uns über die Schulter...
Karin Baumgartner-Vetterli,
... und das weckte Emotion von tiefer Nachdenklichkeit bis zu heiter-vergnügtem Schmunzeln und Lachen. Während Friedrich Rückerts Greisengesang fast etwas frösteln machte, wärmte das Laternenlied, das man auch einst im Kindergarten gesungen, die Seele, graute einem ob Heinrich Kleists Geschichte über das Bettelweib von Locarno und schmunzelte man zunehmend mehr über das Märchen von der goldenen Gans der Gebrüder Grimm. Man hing Roberto Bargellini mit seiner Erzählkunst an den Lippen, liess sich von Burga Schalls Gesang, zum Beispiel mit einem von Schuberts Winterlieder, berühren und zu den von Pia Fuchs vorgetragenen Orgelstücken hätte man fast ein Tänzchen gewagt, als El Tango de los Tangos von Guy Bovet erklang.
Die Lust am Thema war dem Künstlertio anzumerken und das übertrug sich eindrücklich auf die gebannt Lauschenden in der voll besetzten Siblinger Kirche.
Und Martin ist ohne Gänse nicht zu denken. Mit Burga Schall hat sie fröhlich drauflosgeschnattert - bis das Martinsgansrezept vorgetragen wurde - da war's ausgeschnattert!
Nach dem begeisterten Applaus wurde inspiriert von einem überaus gelungenen Anlass "weitergeschnattert", nämlich beim Apéro im Grütli, den die Kirchgemeinde offerierte. Kultur kann wirklich Spass machen. Das hat gewiss auch dem Heiligen Martin auf unserem Fresko gefallen.
Anlass Sankt Martin
20.11.2025
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